Einblicke in aktuelle Ereignisse rund um eine nachhaltige öffentliche Beschaffung

„Green Public Procurement“ – „Nachhaltige öffentliche Beschaffung“ ist spätestens seit dem Regierungsprogramm in aller Munde. Die Plattform Nachhaltige Beschaffung gibt Ihnen einen Einblick in aktuelle Entwicklungen.

Blick ins Regierungsprogramm

Das im Jänner 2020 vorgestellte österreichische Regierungsprogramm stellt sich den großen Herausforderungen dieser noch jungen Dekade und nimmt Bezug auf die vielen Leitlinien, die von der EU vorgegeben wurden. Gerade die öffentliche Auftragsvergabe wird vielfach im Regierungsprogramm genannt, begonnen von der Sicherstellung der nachhaltigen öffentlichen Vergabe durch die Einführung von ökosozialen Vergabekriterien bis zur Stärkung der Regionalität Ziel ist die Umstellung der Bundesbeschaffung nach ökologischen und sozialen Mindeststandards, die sich am Umweltzeichen orientieren. Auf dem Weg zur klimaneutralen Verwaltung wird die öffentliche Beschaffung besonders in den Fokus gerückt und die besondere Vorbildfunktion mit ganz konkreten Umsetzungspfaden definiert. Zum Beispiel durch die Einführung des 100% umweltzeichen-zertifizierten Ökostroms ab 2021/2022, der Klimaschutzvorgaben bei Dienstreisen, der Umstellung des öffentlichen Fuhrparks zu alternativen Antriebstechnologien, der flächendeckenden Implementierung von Umweltmanagementsystemen in Bundeseinrichtungen sowie der 100% regionalen und saisonalen Beschaffung von Lebensmitteln mit hohen Bioquoten.

naBe-Aktionsplan im Fokus

Zentrale Bedeutung im Regierungsprogramm findet auch der Aktionsplan für nachhaltige öffentliche Beschaffung (naBe), der ökologische und soziale Mindestkriterien festlegt. Unterstützt wird die Umsetzung des naBe-Aktionsplans durch die Plattform Nachhaltige Beschaffung (naBe) in der BBG. Diese wurde durch die intensivierte Zusammenarbeit und die Finanzierung des jetzigen BMK möglich. Die Plattform naBe hat nicht nur die Aufgabe die naBe-Kriterien und dahinterliegende Strategien weiterzuentwickeln, sondern steht allen Gebietskörperschaften und Organisationen, die öffentliche Auftraggeber sind – von Bundeseinrichtungen bis zu Ländern und Gemeinden – mit Rat und Tat zur Seite. Die Plattform naBe unterstützt, um den großen Herausforderungen zu begegnen. Hierfür werden Allianzen geschmiedet auf europäischer Ebene genauso wie mit Sektorenauftraggebern sowie nachhaltige Projekte in Beschaffungsgruppen und mit zentralen Partnern initiiert. Die Plattform stellt ihr Know-how zur Entwicklung einer nachhaltigen Beschaffung für alle Gebietskörperschaften zur Verfügung. Auch im e-Shop der BBG wird es zukünftig noch einfacher sein nach den Kriterien von naBe oder der gängigen europäischen Umweltzeichen zu filtern und einzukaufen. Es wird bereits an neuen Darstellungsformen für nachhaltige Produkte gearbeitet.

Ausblick

Aber nicht nur auf nationaler Ebene wird immer öfters bei Nachhaltigkeitsthemen ein Blick auf die öffentliche Beschaffung geworfen, auch auf EU-Ebene rücken diese vermehrt in den Fokus. Zuletzt im Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft, welcher im März 2020 veröffentlicht wurde und eine der wesentlichsten Strategien der Europäischen Kommission darstellt. Darin wird ein Rahmen für eine nachhaltige Produktpolitik geschaffen und das Kreislaufprinzip in den Produktionsprozessen erklärt. Zentrale Produktwertschöpfungsketten in den Bereichen IKT, Fahrzeuge, Kunststoffe inkl. Verpackungen, Textilien, Gebäude und Lebensmitteln werden aufgezeigt, welche auch für die öffentliche Beschaffung von besonderer Relevanz sind. Nachhaltigkeits- und Transparenzanforderungen, beispielsweise der CO2-Fußabdruck, die ethische Beschaffung von Rohstoffen und die Versorgungssicherheit werden berücksichtigt sowie die Wiederverwendung, die Umfunktionierung und das Recycling erleichtert. Für die Festlegung der Nachhaltigkeitsaspekte dient die Ökodesign-Richtlinie, die die Energieeffizienz von Produkten regelt, genauso wie das EU-Umweltzeichen und die umweltorientierte öffentliche Beschaffung (GPP, Green Public Procurement – eine Initiative der Europäischen Kommission) in ihren Kriteriensets. Es ist geplant, aus den unverbindlichen GPP-Kriterien schrittweise sektorspezifisch verbindliche Mindestkriterien abzuleiten und eine obligatorische Berichterstattung einzuführen, um die Verbreitung der umweltorientierten öffentlichen Beschaffung zu überwachen.

Haben Sie weitere Fragen? Das Team der Plattform naBe steht gerne für nähere Auskünfte zur Verfügung und freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme!
 

Schreiben Sie uns auf naBe(at)bbg.gv.at oder rufen Sie an unter +43 1 245 70-517.

 

Foto: Mehere Symbole für Nachhaltigkeit (Wasserhahn, Recycling, Blatt, Energie, Erde). Im Hintergrund ist ein Mann zu sehen