„Bis sie Schrott sind“ – Fuhrpark-Studie zeigt Verwaltung beträchtliche Einsparungspotentiale auf.

Logo Bundesbeschaffung GmbH

„Bis sie Schrott sind“ – Fuhrpark-Studie zeigt Verwaltung beträchtliche Einsparungspotentiale auf

Wien, 23.01.2007. Bundesbeschaffung und Berater best4fleet präsentierten Studie „Der Fuhrpark im öffentlichen und teilöffentlichen Bereich“. Weil Autos zu lange gefahren, die falschen Finanzierungsformen gewählt und nicht auf die Möglichkeiten externer Fuhrparkmanager zurückgegriffen wird, bleiben 50 Mio. Euro jährlich auf der Straße liegen.

 „Kostengünstiger Einkauf bedeutet nicht nur, die besten Preise zu erzielen, sondern auch, die Prozesse zu optimieren“ – so begründet Mag. Andreas Nemec, Geschäftsführer der Bundesbeschaffung, das Engagement beim Thema Fuhrparkmanagement. „Das Vorzeigebeispiel Polizeiautos zeigt, dass Fuhrparkmanagement im öffentlichen Bereich funktioniert: Weit über eine Million Einsparung pro Jahr und gleichzeitig eine wesentlich raschere Erneuerung des Fuhrparks als früher sind ein ermutigendes Signal an die anderen Ressorts.“ Weil die 1600 umgestellten Polizeiautos aber nur einen kleinen Teil der insgesamt 60.000 Autos im öffentlichen Bereich darstellen, habe man nun das Thema in einer breit angelegten Studie untersucht.

Die Studie, die von der Bundesbeschaffungsgesellschaft in Zusammenarbeit mit best4fleet® Consulting im Jahr 2006 durchgeführt wurde, zeigt auf einen Blick das Grundproblem: Mehr als 70% der Autos werden länger gefahren, als es wirtschaftlich vernünftig ist. Betrachtet man nämlich neben den sinkenden Kapitalkosten und dem sinkenden Wertverlust auch die steigenden Reparatur- und Ausfallskosten, so ergibt sich zB für Fahrzeuge der unteren Mittelklasse bei einer Jahresfahrleistung von 30.000 km eine optimale Nutzungsdauer von lediglich vier Jahren.

Neben der zu langen Nutzungsdauer wird häufig auch auf die falsche Finanzierungsform zurückgegriffen. 77,5% der Fahrzeuge werden gekauft – ohne über Alternativen nachzudenken. Andreas Steinbach von best4fleet: „Insbesondere durch Restwert-Leasing, wo der Restwert des Fahrzeugs nach einer bestimmten Laufzeit berücksichtigt wird, reduzieren sich die laufenden Belastungen. Als Operating-Leasing umgesetzt, werden die Teilzahlungen zudem nicht dem Maastricht-relevanten Schuldenstand zugerechnet.“

BBG bietet Dienststellen nachhaltiges Angebot

Einen weiteren Schwerpunkt der Studie stellte das Kapitel Erdgasfahrzeuge dar. In sechs Prozent der öffentlichen Fuhrparks werden schon CNG-Fahrzeuge betrieben – weitere 35% der Fuhrparkhalter interessieren sich dafür. „Für diesen Sektor wollen wir als Bundesbeschaffung ein Angebot machen und schreiben deshalb im Februar Erdgasautos aus“, berichtet der zuständige BBG-Bereichsleiter Jürgen Jonke. Die Stückzahl ist nicht limitiert, sodass die Öffentliche Hand parallel zum attraktiver werdenden Tankstellennetz ihre CNG-Flotte sukzessive ausbauen kann. „Wir sind stolz, dass die BBG hier einen wichtigen Beitrag beim Thema nachhaltige Beschaffung leisten kann“, ergänzt Geschäftsführer Nemec.

Den Abschluss der Studie bildet eine Sammlung der wichtigsten Rechtsfallen: So führt die häufig genutzte Variante, ein Auto an den Mitarbeiter weiterzuverkaufen, zu einer mindestens einjährigen Gewährleistungspflicht des Verkäufers. Eine weitere häufig übersehene Falle mit finanziellen Auswirkungen ist die Haftung des Arbeitgebers bei Dienstfahrten des Arbeitnehmers mit dem Privat-PKW. Entsteht im Rahmen einer Dienstfahrt ein Schaden am PKW oder wird er gar gestohlen, muss der Dienstgeber für den Schaden aufkommen.

Ansprechpartner für Medien

Florian Unterberger
florian.unterberger(at)bbg.gv.at
Telefon: +43 1 24570-0
Fax: +43 1 24570-99